Good Goodbye

Dein Leben im Rucksack

Wer kennt es nicht: Man fährt in den Urlaub, packt das ganze Auto voll mit Zeugs und muss feststellen, dass es meist so aussieht, als wolle man ein ganzes Jahr wegfahren. Dabei ist man doch nur eine Woche unterwegs.

Bei mir ist das umgekehrt. Ich BIN für ein Jahr unterwegs, habe jedoch nur einen Backpack-Rucksack und ein normalen Kleineren..

Gar nicht so einfach für ein ganzes Jahr zu packen. Was nimmt man mit? Was lässt man daheim? Letztendlich befindet sich dein ganzes Leben in diesen Taschen, alles was dich ausmacht, von Klamotten mal abgesehen. Davon kann vor Ort noch einiges ersteigern. Und in der Tat hängt von manchen Dingen  sicherlich ein Stück meines Lebens ab. An der Reiseapotheke beispielsweise, die mir in schlechten Zeiten gewiss mein Leben wieder verbessern kann.

Der letzte Tag

Da ist er also gekommen, der letzte Tag, bevor ich für ein Jahr aus Deutschland schwinde. Fühlt sich komisch an. Ich erwache und habe ein undefinierbares Gefühl,  ich will alles halten was um mich herum ist. Frische Luft, eine seichte Brise, klares Leitungswasser, Privatsphäre, Essen ohne darauf zu achten, dass die Nahrung schädlich sein könnte, der Geruch des Waldes….

Das heißt nicht, dass ich nicht nach Indien will, nein, es heißt, dass es mir im Endeffekt sehr gut hier in Deutschland geht. Vielleicht sollte jeder einmal Deutschland eine längere Zeit verlassen, um die Dinge wertzuschätzen…

Zu viele Gedanken durchfluten mein Hirn und so sachte kriege ich in der Tat leichte Gewissensbisse. Die lösen sich jedoch schlagartig auf, als ich mir die Kopfhörer aufsetze und mit meinem Hund beginne Fahrrad zu fahren. In meinen Ohren klingt Linkin Parks´“Good Goodbye“ und ich werde schneller. Ich lasse die Sorgen hinter mir…

„So say goodbye and hit the road
Pack it up and disappear
You better have some place to go
‚Cause you can’t come back around here
Good goodbye
Good goodbye
Good goodbye
Good goodbye
Good goodbye“

Man glaubt nicht, was ein Lied alles so erreichen kann. Mein Enthusiasmus ist zurück und als ich kurz darauf den Soundtrack von Herr der Ringe und Dem Hobbit höre, wird mir klar, warum Frodo und Sam es geschafft haben den Ring der Macht zu zerstören. Bei der Musik, hat man Lust auf ein großes Abenteuer. So wie ich jetzt. Den Abend verbringe ich draußen im Garten, sehe wie die Sonne gleißend untergeht und spiele auf meiner Ukulele. Echt idyllisch. Ein gelungener Schluss, auf dem ein Neubeginn folgt…

Was bleibt mir jetzt für die Verbleibenden in Deutschland noch zu sagen? Danke! Danke für die Unterstützung besonders von meinen Eltern und Großeltern, die mich immer motiviert haben, mein Ding durchzuziehen…Danke! Ich hab euch lieb! 🙂

In dem Sinne; Good Goodbye, my fellow friends !