Es geht zurück!

Nach nun mehr einen Monat ist es wieder soweit. Es geht zurück in die Natur. Dallapalli wartet auf uns. Nachdem die beiden Mädels bereits zwei Mal in kurzer Zeit dort waren, heißt es auch für uns wieder die Koffer packen. Und das für ganze zehn Tage. Heute fahren wir los und werden wohl oder übel Nikolaus verpassen. Das ist jedoch alles andere als schlimm, denn in Dallapalli, dem kleinen beschaulichen Bergdorf, fernab jeglicher städtischen Zivilisation, geht momentan einiges von statten. Regierungsvertreter sollen sich dort niedergelassen haben, um die Bewohner zu überzeugen Platz für ein großes Hotel zu machen. Das wollen weder die Ureinwohner, noch unsere Organisation, weshalb sich „Dhaatri“ schon seit langer Zeit mit einem Anwalt auseinandersetzt, der rechtliche Schritte gegen dieses Unterfangen einleiten könnte.

Zudem würden touristische Attraktionen mehr Touristen nach Dallapalli locken, was wiederum mehr Müll in der Natur nach sich tragen würde. Mehr Fremde würden kommen, mehr Partys auf den Bergen würden gefeiert werden, wie jene, wo ich mich einst eingeschlichen habe, um Fotos zu machen.

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Diese Fotos haben mittlerweile einen beachtlichen Weg hinter sich. Sie wurden etlichen NGO´s geschickt, die dieselben Interessen vertreten wie die unsere, erregten einiges an Wut und Entrüstung und haben es jetzt auch in drei Zeitungen geschafft, unter anderem in die „Times of India.

Timesofindia-HC order Dallappalli tourism

Hans news-HC order on Dallapalli tourism

In den Beiträgen, wird das Müllproblem, das durch widerspenstige Pilger und Touristen, die nach Dallapalli kommen, ausgelöst wird, beschrieben und betont, dass der oberste Gerichtshof von Hyderabad Schritte gegen die „Verbrecher“ einleiten will.

Zudem ist dort zu lesen, dass die Menschen in Dallapalli bereits eine schriftliche Petition aufgenommen haben, die touristische Attraktionen im Dorf verbieten will, da diese ohne ihre Zustimmung geplant worden seien.

Im Endeffekt berichten die Beträge über Entrüstung, sowohl bei den Bewohnern, als auch beim obersten Gerichtshof, der dagegen vorgehen will.

Zur Untermalung der Texte wurden meine Bilder verwendet und irgendwie bin ich schon etwas stolz bei diesen wachrüttelnden Artikeln, die eventuell von tausenden gelesen werden, einen kleinen Teil beigetragen zu haben. Unsere Arbeit scheint Früchte zu tragen. Jetzt geht´s erst richtig los!

Wir werden in Dallapalli einerseits wieder mehr Pflanzen und Tiere dokumentieren, versuchen die Regierungsbeamten auszuspionieren, den einheimischen Kindern Englischunterricht ermöglichen, das Land ausmessen und nach möglichen Wanderwegen Ausschau zu halten.

Denn falls es tatsächlich zum Bau eines Hotels und zur Zwangsumsiedlung der Bewohner kommen sollte, ist es wichtig ökologische touristische Pläne zu haben, die eben nicht darauf abzielen Müll zu produzieren. Die Gegend könnte sich schließlich dazu anbieten viel zu wandern und auch Fahrrad zu fahren, was kaum Abfall produzieren würde.

Ich freue mich bereits auf die Stille und den Frieden dort. Für mich ist es immer wieder schön morgens aufzustehen, rauszugehen, die Sonne zu genießen und hinaus in die ewig weite Landschaft zu blicken. Ich freue mich auf die liebevollen Menschen, den nichtvorhandenen Empfang zur Außenwelt und auf viele schöne Bilder. Vielleicht werde ich dieses Mal auch filmen, um einen kleinen, netten Film zu produzieren. Wer weiß.

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Wir lesen uns in zehn Tagen, mit hoffentlich vielen neuen spannenden Geschichten… 🙂