2018 – Jetzt erst recht!

Erneut ist ein Jahr vergangen und dieses war unglaublich intensiv. Über die Zusage für den Freiwilligendienst im Februar, die letzten Schultage im April, die Abi-Klausuren im Mai, die Vorbereitungen für Indien im Juni und Juli, bis hin zu den wahnsinnig vielen Erlebnissen in Indien der letzten Monate, liegen wohl die einprägsamsten 365 Tage in meinem ganzen Leben hinter mir. Es gab viele Auf und Abs, im Endeffekt erinnert man sich jedoch durchgehend an die positiven Dinge.

2017 war richtig, richtig gut!

Ich habe einiges dazugelernt, durfte in eine neue Kultur eintauchen und habe viele liebe Menschen getroffen, die mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind.

Drum möchte ich mich bei all diesen Leuten für ein geiles Jahr bedanken.

Danke, dass ihr dabei wart, immer noch dabei seid und nach wie vor diesem Blog verfolgt, der mittlerweile genau 200 Seiten füllen könnte. Und dieses Jahr werden auf jeden Fall mehr dazukommen!

Ich will reisen, den Norden Indiens sehen, zwischenzeitlich nach Nepal übersetzen und das tun, was ich in den letzten Monaten vernachlässigt habe. Kleine Filme machen. Schließlich ist das für jemanden, der Bock hat in diese Richtung zu studieren, irgendwie auch sinnvoll.

Zudem gibt es neue Projekte. Zum Beispiel sind wir dabei, eine kleine deutsche Bäckerei für unsere NGO zu integrieren, die dann ins Army-Viertel nebenan liefert. Entweder würde ich backen, oder den Kurier mimen, der dann die Waren ausfährt.

Ebenfalls hat Merlin die Idee Schlafsäcke für die Menschen aus den Bergdörfern, aus recyclebaren Materialien zu entwickeln und sie gemeinsam mit den Bewohnern zu produzieren, da es in den Bergen des Nachts sehr sehr kalt werden kann.

Alles nach dem Motto: „Jetzt erst recht“, beginnt gegenwärtig nun der richtige Freiwilligendienst. Wir sind jetzt eingespielt, wissen was wir können und was wir nicht können, sind mit unserer Umgebung vertraut und wollen mehr! Und das können wir packen, wenn wir es nur wollen!

In dem Sinne: Ein Frohes neues Jahr 2018!

Dieses begann selbstverständlich anders als sonst, nämlich am Vorplatz unseres Lieblingsclubs, wo wir vergeblich versuchten Eintritt zu erlangen. Eine geschlossene Veranstaltung war dort im Gange und wir hätten jeder 40 Euro Eintritt zahlen müssen und das war uns zu viel. So schlug es 0:00 Uhr, der 1. Januar brach an und wir standen völlig verdattert vor den Sicherheitsleuten, die uns gerade eben noch abgewiesen hatten, uns jetzt aber umarmten. Einer verteilte Süßigkeiten und stopfte mir mit einem „Happy new year“ auf den Lippen, eine Zuckerbombe in den Mund.

„Same to you“ schaffte ich es gerade noch zu sagen, ehe der Zucker mir die Zähne verklebte. Das eigentliche Highlight der Jahreswende war die Fahrt zurück nach Hause, wo sich der Uber-Faher dazu entschied, laute Party-Musik durch die Straßen dröhnen zu lassen. Begeistert sangen, teils grölten wir mit, Merlin beugte sich lachend aus dem Fester und wünschte allen Verkehrsteilnehmern ein frohes neues Jahr, während wir mit 80 Sachen durch die Innenstadt brausten. Ich lächelte einem hübschen Mädchen im Nachbarauto zu, es grinste zurück, die Nacht lief super und ich fühlte mich unfassbar gut! 😀 Komischerweise ließen die sonst so party-begeisterten Indern, kein Feuerwerk los, was uns doch relativ besorgt machte. Ging´s den Leuten gut? Vielleicht war Diwali, das Fest zur Jahreswende, was im Oktober gefeiert wurde, genug Feierlichkeit.

Wieder einmal kaum zu vergleichen mit sonst vorhanden Standards, aber irgendwie schafft es Indien trotzdem alles irgendwie gut zu machen, auch wenn man es am Anfang nicht glauben will.

Teil 2 meiner Indienreise beginnt heute und es würde mich freuen, wenn ihr weiterhin dabei seid. Macht´s gut, euer Leo!