Der große Feind

 

„Klack, Klack, Klack!“ macht der Tennisschläger-artige Schläger, wenn er auf einen Moskito trifft. Selten so ein befriedigendes Geräusch gehört! Das elektrisch aufgeladene Teil verkokelt die kleinen Biester auf der Stelle und lockt bei mir die sadistische Moskito-Killer-Seite zum Vorschein.

Aus weiter Ferne hört sich der Mücken-Killer an wie ein ratterndes Maschinengewehr, kommt er an einem Hort der Plagegeister vorbei.

 

Sie haben es echt verdient, die Moskitos, diese schlafraubenden, blutsaugenden, zähen Mücken. Jetzt, in der Übergangszeit vom indischem Winter zum indischen Sommer, sind sie unerträglich. Gegen Abend ist ihre Stunde gekommen und wehe du gerätst unter ihre Fittiche. Dann ist dein entspanntes Leben vorbei!

 

Indische Häuser haben es wohl alle gemein, dass es weder Fensterscheiben, noch Türen ohne große Lücken gibt. Meist besteht ein Fenster nur aus einem Gitter und einem Fliegennetz und eine Tür ist niemals völlig von der Welt draußen abgeschlossen. So haben es die Blutsauger leicht ins Haus zu kommen auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Arbeitet man gegen halb sechs Abends noch unten am Computer, so würde es kaum einen Unterschied machen, ob man draußen, oder drinnen sitzen würde. Schlicht und einfach machen sie dein Leben zur Hölle und du erleidest dicke Stiche an Stellen, wo du bisher noch nie gestochen wurdest.

An den Zehen beispielsweise. Oder an er Handinnenfläche. Oder am Ohr! Oftmals scheinen die größten Feinde der entspannten indischen Lebensweise sogar resistent gegen moskito-abweisende Creme zu sein.

In der Nacht sind sie am schlimmsten, wenn sie an deinem Ohr vorbeifliegen und ihr Lied nach Blut singen. Man liegt entspannt da, hört das Summen und schlägt außer sich vor Wut nach dem Geräusch.

Ein Mückennetz über dem Bett aufhängen kann man nicht, sodass nur eine Möglichkeit übrig bleibt, um den Stichen zu entgehen:

Zur Vermeidung einer schlaflosen Nacht, habe ich eine total tolle Methode geschaffen, die überall Nutzen findet und dazu unfassbar doof aussieht:

Ich schlafe jetzt mit Kapuze, Schal und stinkenden Strümpfen. 😀 Hätte ich Handschuhe, so würde ich auch diese anziehen, denn oftmals hängt eine unbedeckte Hand aus der dünnen Decke heraus. Unbefleckt bleibt diese nicht lange. Die Mücken finden eine Schwachstelle, das ist gewiss!

Den Schal tief über die Augen gezogen, bleibt oftmals nur meine Nase und mein Mund frei vom Stoff, sodass ich des Nachts fast einer männlichen Burka-Trägerin gleiche.  Tatsächlich hilft diese Tarnung. Bestimmt konnte ich so einigen Blutsaugern die Jagd nach Blut erfolgreich versauen.

Jedoch kann ich mich, so dick eingepackt wie ich bin, jetzt nicht mehr vor der Hitze schützen, die insbesondere vom April bis Juni kommen wird. Dazu wird es noch mehr Kreativität bedürfen.

Vorerst mache ich erst einmal an die Arbeit und gehe auf die immerwährende, niemals endende Jagd. Meine Feinde ruhen nicht…