Goa – Über Stände, Freundschaften und eingehaltene Versprechen

Verschlafen stehe ich am Türrahmen und  blicke auf die draußen sitzenden Menschen, die im Einklang der Musik hin und her schwanken herab. Einige sitzen rauchend auf einer Art Hollywood-Schaukel, der Rest sitzt auf stabilen Holzhockern um die Bar und bestellt munter alkoholische Getränke. Es muss ungefähr ein Uhr morgens sein, ich weiß nicht, was mich dazu bewogen aufzustehen, vielleicht war es schlichtweg der Drang nach menschlicher Kommunikation, wer weiß. Hier bin ich auf jeden Fall nun, meine drei Freunde aus Hyderabad sind bereits tief dem Schlaf, trotz lauter Musik um sie herum, verfallen und stehe an der Türschwelle eines Dormitories, des „Pappi Chulo“, einem hippen Hostel im Norden von Goa, nur wenige hundert Meter von der Westküste des arabischen Meeres entfernt. Das Pappi Chulo besteht aus drei rechteckförmigen Schlafsälen und einem großen, hellen Platz, voller Sitzgelegenheiten, einem Tischkicker, einer Tischtennisplatte und der Bar, die unter einem riesigen, knorrigen Mangobaum, der tagsüber den Menschen draußen Schatten spendet, steht. Doch Obacht: Vielmehr hätte man das Hostel „The falling mango“ taufen können, ist jetzt nämlich kaum jemand sicher vor den großen herabfallenden Früchten, die mit einem lauten Knall auf dem Steinboden zerbersten, entscheiden sie sich dazu reif zu sein. Mehrmals mussten wir schon den süßen Geschossen von Oben ausweichen, aber hey, immerhin sind es keine Kokosnüsse.

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Ich blicke zu Adity, der Freundin des Barkeepers, die im Schneidersitz auf der Holz-Hollywoodschaukel sitzt und zufrieden an einem Bier nippt herüber, sie erwidert meinen Blick und winkt mir fröhlich zu. Kurz wiege ich meine Möglichkeiten ab: Ich könnte wieder ins Bett gehen und schlafen, oder mich zu der Gruppe dort gesellen und ehrlich gesagt fällt mir die Entscheidung nicht schwer. Schlafen würde ich jetzt eh nicht mehr, dem Gruppenzwang sei Dank.

Adity rutscht ein Stück zur Seite, damit ich mich neben sie setzen kann.

„Ich bleibe bestimmt nur fünf Minuten“, meine ich zu ihr, als sie mich fragt, warum ich denn jetzt nochmal aus meiner Hütte gekrochen sei. „Bin sowieso schon etwas müde.“

„Wie du meinst“, das Mädchen kichert schelmisch, als ob es bereits wüsste, dass dem nicht so sein wird.

Ursprünglich kommt sie aus Neu-Delhi, ist nach einiger Zeit nach Mumbai gezogen, hat irgendwo dazwischen ihren Freund gefunden, mit dem sie für einige Zeitlang auf Reisen war. Nach einiger Zeit strandeten sie in Goa, dem kleinsten der indischen Bundesstaaten und fanden ihr neues Zuhause. Genau wie ich waren sie Gast im Hostel unter dem Mangobaum und fanden es dort so gut, dass sie bald anheuerten und schmeißen sie den Laden..

Goa, einst für mehr als 450 Jahre Kolonialgebiet der Portugiesen, hat wohl durch ebenjenen europäischen Einfluss, die größte westliche Prägung aller indischen Staaten, man findet viele Christen und alte, antike Bauten, die ebenso in Portugal hätten stehen können.

Weiße Kirchen laden am Wegesrand zum Gottesdienst ein, Kreuzaltäre stehen in den Dünen der perlweißen Strände, doch sind wir mal ehrlich: Goa ist mittlerweile nicht mehr für seine altertümliche Geschichte und portugiesische Kultur in ganz Indien bekannt, nein, sondern vielmehr als Partystaat, da wo  man tagsüber sich an den Strand legen kann, ganz entspannt seinen Joint raucht und Abends feiern geht. Backpackerparadies für Westler und Urlaubsziel für reiche Inder.

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Goa ist die erste Station meiner kleinen Indien-Rundreise. Zusammen mit drei deutschen Kumpels aus Hyderabad werde ich planmäßig fünf Tage hierbleiben. Danach geht´s für mich alleine weiter nach Mumbai, Delhi und Manali. Orte, die wohl weitaus anstrengender sein werden, als das überblickbare Strandparadies. Goa ist nicht Indien. Es mag vielleicht zum indischen Staat dazu gehören und mehr als 60 Prozent Hindus in der Bevölkerung haben, aber bemerkt habe ich das noch nicht. Im Grunde treffen sich hier die jungen Wilden aus den indischen Großstädten zum Abhängen auf Kosten der wahren Einheimischen, die auf der Straße ihre kleinen Geschäfte betreiben. Hipster und Weltenbummler aus Delhi, Mumbai, Hyderabad und vielen anderen Städten, die alternativ genug in ihrer Weltvorstellung sind, haben hier ihr Paradies gefunden.

„Scheiß auf Regeln! Lasst uns doch einfach mal leichtsinnig und verrückt sein und mit den Leuten, die wir anziehend finden Spaß haben“ würde mir, Tage später nach der oben beschriebenen Szenerie, ein 25 jähriges Mädchen aus Mumbai sagen, als wir über hinduistische Traditionen sprachen und darüber, dass die alten gläubigen Hindu-Frauen, den jungen Mädchen verbieten würden, bauchfreie Tops zu tragen, wobei sie in ihren traditionellen Saris viel viel mehr Bauch zeigen würden.

Althergebrachte Traditionen nicht zu akzeptieren scheint mittlerweile unter den alternativen Goa-Leuten zur Tradition geworden zu sein.

„Wir sind alle Menschen! Du kannst mit einer Inderin schlafen, ich mit einer Deutschen, egal welchen Glauben sie hat, oder wie reich sie ist. Es macht absolut keinen Unterschied. Im Endeffekt haben wir alle Spaß“, meinte Kamal, der stämmige Barkeeper mit dem seidigen Jesus-Haar und dem „who cares“-Tatoo auf der Innenseite seines Unterarms in der aller ersten Nacht zu mir, als wir entspannt ein Bier schlürften und uns über Deutschland und Indien unterhielten.

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Das Gerede von der Gleichheit der Menschen unterschiedlicher Nationen habe ich davor schon von vielen Indern und auch Nepalesen gehört, doch nie in einem sexuellen Kontext, da unterschied sich Kamal aus Goa vom Rest.

Die Mentalität des Staates ist wortwörtlich „offener“  und entspannter, als, sagen wir mal die aus Hyderabad, das durch seinen großen Anteil an gläubigen Hindus und Moslems sehr verklemmt ist. Nacktheit generell ist im traditionellen Indien sowieso recht verpönt, handelt es sich nicht gerade um ein Kleinkind. So haben die Männer aus den kleinen Bergdörfern, fernab der Städte ihre Frauen wohl noch nie nackt gesehen. Die peinlich berührte Scham, die diese Männer, ererbt, durch ihr traditionell gefärbtes Umfeld, erleben würden, wäre in solch einer Situation zu groß.

 

Neben Adity sitzt, etwas zusammengesunken, ein mittelalterlicher Brite aus Bristol, namens Mike und lallt im stark britischen Akzent über die riesigen Erfolge seines Empires.

„Wir sind so winzig und ihr so riesig und trotzdem haben wir euch verdammt nochmal eingenommen! Und du, mein deutscher Freund, ja, grinse nicht zu viel, wer hat euch im zweiten Weltkrieg geschlagen! Genau, das waren wir, mit Hilfe!“

Peinlich berührt, benicken Inder und Deutsche den sehr betrunkenen Briten. Dieser hat beschlossen so lange in Goa zu bleiben, bis das Geld knapp wird. Ziemlich romantische Vorstellung. Grundsätzlich ist Mike einer dieser englisch/irischen Klischeetypen, die man in Irish-Pubs vorfindet, tief über die Theke gelehnt, immer mit einem Getränk in der Hand. Als ich am nächsten Morgen an ihm vorbeikommen würde, hätte er erneut ein Bier in der Hand.

„Aber Mike, warum trinkst du denn schon am frühen Morgen?“

„Pah, ihr Youngsters habt auch gar keine Kondition. Natürlich trinke ich schon am Morgen. Ich gehöre zum Empire!“

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Auf der anderen Seite hat sich ein junger, adretter Mann dazugesellt und auch er verkörpert irgendwie eine Art Klischee.

„Hola senores! Ich bin Juan aus Mexico“, meint er und holt zur Begrüßung eine große, bauchige Flasche Tequila aus der Heimat hervor. Es werden Shotgläser verteilt, Juan spricht uns einige spanische Trinksprüche vor, die wir alle „natürlich ganz wortgetreu“ wiederholen.

„Salud!“ rufen alle kippen das scharfe Zeug hinunter.

Auch Sam der 19 jährige Australier, der als Freiwilliger dem Pappi Chulo seine Hilfe angeboten hat, ist mit von der Partie und sorgt mit seinem stark australischen Akzent dafür, dass ich mich gewaltig anstrengen muss um die englischen Konversationen zu verstehen, denn wenn Inder anfangen zu „indern“, Briten anfangen zu „briteln“ und Mexikaner und Australier ebenfalls ihren Mix dazugeben, kann man schon mal jegliche sprachliche Orientierung verlieren.

Zudem springen unsere indischen Freunde ständig wieder in ihre eigene Sprache, meist Hindi, zurück und das ist besonders dann irritierend, wenn ein Satz auf Englisch begonnen wird, der Nächste plötzlich in Hindi ist,  der Übernächste aber wieder in Englisch. Das hat nicht nur Goa schon für reichlich Irritationen gesorgt, sondern verfolgt mich schon das ganze Jahr. Wirklich viel Spaß macht das Zuhören bei Gruppengesprächen dadurch nicht. Einerseits, weil ich, wenn Hindi, Telugu, Kannada, oder beliebige andere Lokalsprache gesprochen wird, nicht mehr zuhöre, wegträume, dann aber wieder plötzlich sofort bei der Sache sein muss, wenn die Sprache gewechselt wird. Andererseits, weil man die eine Hälfte des Inhalts der Nachricht nicht mitbekommt, da diese im fremdsprachigem Part erwähnt wurde. Und natürlich kostet es dann in der darauffolgenden Konversation Zeit, das bereits Gesprochene in der international verständlichen Sprache zu wiederholen.

Hinglish ( Hindi+Englisch) ist hierbei wohl der korrekte Fachausdruck, der auch bei vereinzelten Wörtern, die einen Mix aus beiden Sprachen enthalten, verwendet wird.

Ich unterhalte mich mit einem Inder, der sich dafür kaputt gearbeitet hat eine Hunde-NGO ins Leben zu rufen, über das schwere Leben der Straßenhunde in Indien. Groß und stämmig, überragt mich der Typ um mindestens dreißig Zentimeter und trotz alledem fühlt es sich so an, als seien wir beide auf Augenhöhe, interessiert uns dasselbe Thema. Zwischendurch driftet das Gespräch ab, kommt Juan der Mexikaner vorbei und es wird über „scharfe Frauen“ geredet, die das Herz erwärmen. Als ich nach einiger Zeit nach der Uhr schaue, kann ich es kaum fassen: Adity war klar, dass ich mehr als 5 Minuten bleiben würde, als sie mich gegen halb eins in den Kreis winkte. Dass seitdem jedoch vier Stunden vergehen würden, war auch ihr nicht bewusst, wirkt sie mehr als überrascht, als ich ihr mitteile, dass es bereits fünf Uhr am Morgen sei. Ich entscheide mich alsbald ins Bett zu gehen, bekomme vom bunten Multikulti-Haufen einige melancholische „gute Nacht“-Grüße auf dem Weg gegeben und freue mich bereits auf die nächsten schrägen Konversationen mit diesen komischen Gestalten, gibt es doch noch zwei Französinnen,  die diesen Abend verpasst haben, aber auch interessante Gesprächspartner sind, reisen sie seit drei Jahren um die Welt und wollen nicht mehr zurück nach Hause.

„Man findet unterwegs so viele Leute die meist viel interessanter sind als daheim, wo alle in ihrem eigenen Kreis sind. Auf Reisen begreift man erst, dass es grundsätzlich keine Mauern zwischen den Menschen gibt. Es spielt dann keine Rolle mehr wo du herkommst. Man ist im Hier und Jetzt mit einer anderen Person, die die man mag“, meinte Larissa, eine der Französinnen mit den blauen Haaren und mit dem lustig schrägen französischem Englisch, am Vormittag des selbigen Tages.

„Man lernt neue Plätze kennen, die irgendwie zur zweiten, oder dritten Heimat werden. Man möchte dort am liebsten länger bleiben und das ist möglich auf einer solchen Weltreise, die wir machen. Wenn du die Zeit hast, kannst du Monate dort bleiben und erst dann weiterziehen…“



 

 

Es ist Zeit sich zu verabschieden, die Tage in Goa sind gezählt und wir haben bereits aus dem Hostel ausgecheckt. Wehmut macht sich breit, ich will nicht gehen.

„Dann gehe nicht! Bleibe einfach hier“, meint Adity.

„Genau, Bro! Wir würden dich vermissen!“ meint Kamal, der Barkeeper und umarmt seine Freundin. Seit ich mir hier einen Hut gekauft und ihm kurz an ihn weiterverliehen habe, trägt er ihn ununterbrochen. Er streckt seine Hand aus und ich gebe ihn ein High Five.

„Ich werde wiederkommen, versprochen!“ meine ich und weiß um die Schwierigkeiten, die es mir einbringen wird, zurückzukommen.

Zudem kann man in Goa, besonders zur Nebensaison nicht viel unternehmen. Theoretisch gesehen, würde es sich gar nicht lohnen noch einmal herzukommen. Baden, ist beim hohen Wellengang vor der Monsunzeit eher kritisch, die Partys und Veranstaltungen sind rar gesät und hat man kein schnelles, mobiles Fortbewegungsmittel, wie einen Motoroller, geht das Vergnügen schnell flöten, sind die Kleinstädte des Staates noch ohne Uber, Bus, oder Metro-Anschluss.

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Zu viert mieten wir uns während unseres Aufenthaltes zwei Roller und driften damit durch die naheanliegenden Viertel, doch die brennende Sonne, sowie die unattraktive Stille der Nebensaison tun ihr Bestes, um uns oftmals ratlos im Pappi Chulo wiederzufinden, ohne einen richtigen Schlachtplan.

Nur das Pappi Chulo mit seinen spannenden Leuten würde mir später im Gedächtnis bleiben, wohingegen vieles andere, mehr oder weniger, immer blasser wurde.

Doch gut für mich war, dass meine Reise nach dem Auschecken aus dem Hostel unter dem Mangobaum erst richtig begann, ich danach aber so ausgelaugt war, dass ich das bereits Gesehene mehr ersehnte, als das Unbekannte. So geschah es also, dass ich nach einer Woche Mumbai und Delhi wiederkam:



Es ist bereits Mitternacht, als ich von einem Taxi durch die dunklen Straßen Goas gefahren werde. Die Pforten des kleinen Hostels werden sichtbar, wir halten an, ich bezahle den Fahrer, hieve mein Gepäck auf den Rücken und marschiere auf die Bar zu. Kamal verkauft, mit seinen Freunden scherzend, Getränke, erblickt mich und man sieht für einen kurzen Augenblick die Verwirrung in seinem Gesicht. Er hat mich nicht erwartet. Die Verwirrung verwandelt sich in wenigen Wimpernschlägen in ungläubige Bestürzung und plötzlich zu schierer Freude.

„Leo? Nein, das kann nicht sein! Du bist wieder da! Warum, Bro?! Das ist ja großartig!“ er nimmt mich glückselig in seine breiten Arme, ich bin gut zwei Köpfe kleiner als er.

„Ich hab´s versprochen“, murmele ich breit lächelnd.

„Bro, weißt du was? Ich glaube, da gibt es wen, der total ausrasten wird, wenn er dich sieht, Alter! Das ist so verrückt! Komm, schwing dich auf´s Bike, wir fahren jetzt zu Adity und zeigen dich ihr, Mann!“

Gesagt getan, ich bin nicht einmal seit fünf Minuten angekommen, schon brausen wir zu dritt auf einem Motorrad, eine kleine, junge, weiße Katze, namens Messi, die Kamal über die Woche auf der Straße gefunden hat, sitzt miauend auf seiner Schulter, durch die Nacht, auf dem Weg zu einer kleineren Absteige.

Adity´s Reaktion ähnelt der von Kamal, als sie mich sieht.

„Sonst versprechen die Leute zwar zurückzukommen, tun es aber nie.“ Sie umarmt mich herzlich. „Endlich jemand, der die Ehre der Männer noch verteidigt“, ein schelmischer Blick wandert zu ihrem Freund.

„Das muss gefeiert werden, Mann! Sage mal, wo ist eigentlich dein Hut, den du letztens aufhattest?“ fragt Kamal.

„Ich hab ihn verloren“

„Weißt du was, Bro. Ich kauf dir einen Neuen! Ehrenwort! Ich kann´s immer noch nicht glauben, dass du wiedergekommen bist.“

Bis fünf würden wir alle gemeinsam reden, feiern und trinken und spätestens in diesen rührsamen Momenten der Freude wird mir wieder einmal bewusst wie herzlich die Inder sein können.  Wenn du ihnen bewiesen hast, dass du sie gern hast, zahlen sie es dir hundertfach zurück. Sie werden beginnen dich auf eine freundschaftliche Art zu lieben und das bedingungslos. Du bist ihr Freund und diese Freundschaft geht tiefer und emotionaler als alles andere. Um mit den Worten von Didier, einem Charakter aus dem Buch „Shantaram“, einem sehr guten Buch über Indien, zu sprechen: „Die Inder lieben am heftigsten. So gelingt es diesen Milliarden von Menschen einigermaßen friedlich zusammenzuleben. Natürlich sind sie nicht vollkommen. Sie wissen sehr wohl, wie man kämpft, sich anlügt, sich betrügt und was wir sonst noch so alles tun. Aber vor allem wissen die Inder wie man liebt. (…) Indien ist ungefähr sechsmal so groß wie Frankreich/Deutschland, aber hier leben zwanzigmal so viele Einwohner. Zwanzigmal! Glaub, mir, wenn eine Milliarde Franzosen/Deutsche auf so engem Raum zusammenleben müssten, gäbe es noch mehr Mord und Totschlag.“

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Auch, als ich später, ich bin schon wieder Hyderabad, ein Bild aus dem Pappi Chulo auf Facebook poste und mein neuer Facebook-Freund Kamal „Miss you, Bro“ in die Kommentarzeile schreibt, fühlt es sich mich tatsächlich so an, als ob er mich wirklich vermissen würde. Es sind nur drei Worte und doch kommen sie von jemanden, von dem man weiß, dass er es ernst nimmt, obwohl wir einander nicht besonders gut kennen, aber doch irgendwie zu Freunden geworden sind. Und das ist Indien. Indien schweißt zusammen, egal ob es jetzt diese neuen Bekanntschaften sind, oder die Kontakte zu den Freiwilligen in Hyderabad. Und genau deswegen, bin ich wahrscheinlich zurück nach Goa gekommen, wegen den Momenten, wo man, während eines dunklen Regentags einfach nur an der Bar sitzt und alle plötzlich beginnen ein Lied anzustimmen, jemand eine Gitarre auspackt und die Akkorde von „Knocking on heavens door“ spielt. Es fühlt sich in diesen Momenten einfach richtig an, dort zu sitzen und einfach mitzugrummeln…

 

By the way: Unserem Freund Mike, dem Briten aus Bristol ist wohl sehr schnell das Geld ausgegangen, hatte er sich ja vorgenommen, so lange in Goa zu bleiben, bis die Rupien knapp geworden wären. Nun ja, eine Woche später nach diesem Statement, war er abgereist. 😀